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über uns / about us

_de: „Wir sind ein feministisches Kollaborationsprojekt, aus Halle Saale und arbeiten jährlich an einer Ausstellung im Zusammenschluss mit bildenden Künstler*innen und Vereinen. „Das primäre Ziel von „Formfem“ ist es, einen Beitrag zur Geschlechtergleichstellung zu leisten und auf sexistische und diskriminierenden Strukturen innerhalb der Gesellschaft durch die Präsenz von Akteur*innen im Kunstfeld aufmerksam zu machen. Deshalb etablieren wir seit 2020 mit unserer Arbeit eine kritische, künstlerische Bildungsplattform, die die Thematik der geschlechtsspezifischen-, sozialen-, politischen- und ökonomischen- Gerechtigkeit im Zuge gegen Diskriminierung dieser Menschen vertritt. Durch die Vernetzung von Akteur*innen und die Bearbeitung spezifischer Themen, welche durch die eingeladenen Künstler*innen, Referent*innen und Aktivist*innen aufbereitet werden, wird dem Publikum eine Vielzahl lebendiger Diskurs- und Begegnungsmöglichkeiten rund um die Themen des Feminismen Festivals geboten. Unsere fortlaufende Projektentwicklung soll somit einen Beitrag zur Generierung einer geschlechtergerechten Gesellschaft leisten…“ Unser Konzept zielt darauf ab, dass sich Künstler*innen jährlich zu einem aktuell spezifischen Thema, (bsp.: Inklusion, Begehren, Arbeit, Dystopie, Androgynie, Liebe, Digitalisierung oder ähnlich weitgefasste Begriffe) mit einem künstlerischen Beitrag zum feministischen Diskurs bewerben können. Das Oberthema der nächsten Ausstellung wurde durch die Kurator*innen mit Hinblick auf das kommende Festival 2021 diskutiert und ausgewählt. Wir entschieden uns für das Thema formfem#Reproduktion, da wir es nach wie vor für ein notwendiges und wichtiges Thema innerhalb künstlerischer, sozialer sowie politischer Diskurse in den kommenden Jahre halten werden.

_en: „We are a Feminist Art Collaborative, based in Halle Saale and benefit an exhibition in the course of the upcoming Feminismenfestival. „The primary goal of „Formfem“ is to contribute to gender equality and to draw attention to sexist and discriminatory structures within society through the presence of actors* in the art field. Therefore, with our work we establish a political and artistic educational platform, that addresses the issue of equal opportunities.“ „The primary goal of „Formfem“ is to contribute to gender equality and to create awareness of sexist and discriminatory structures within society through the presence of actors inside the art field. Therefore, since 2020, our work has established a critical, artistic educational platform that represents the issues of gender, social, political and economic justice in the course of combating discrimination against these people. Through the networking of actors and the treatment of specific topics, which are prepared by the invited artists, speakers and activists, the audience is offered a variety of vivid opportunities for discourse and encounters around the themes of the Feminismen Festival. Our ongoing project devolopment supposed to make a contribution for the generation of a gender equitable society…“

Ausstellung formfem, BLECH, Raum für Kunst HAlle Saale, 2020, Partitur: Katharina Zimmerhakel (Foto: Simon Krautheim)


Zu Form,

Eine Form kann sich auf ein aktuelles Gesamtgefüge beziehen und ist damit Teil davon. Sie ist flexibel und lebendig. Erlebt wird sie durch die individuelle Innen- und Außenwahrnehmung eines Subjekts. Eine Form bewegt sich im Spannungsfeld zwischen innerlich gewachsener Realität und äußerlich empfundener Welt. Im Moment ist es Anreiz und Herausforderung, die Form in ihrer Charakteristik und Beschaffenheit zu erfassen, indem man versucht, sich in ihr zu verorten, sie zu erweitern oder sich von ihr zu distanzieren. Eine Form zu erschaffen, bedeutet, ein aktives Netzwerk aus Unterschieden und Gegensätzen zu weben. Sie als lebendig zu begreifen und zu teilen. (Text: Zwaantje Beer)

kam Fem.

Wo das Netz beginnt, ist nicht entscheidend, sondern dass es sich weiter fortsetzt. Ein feministisches Netzwerk kann die normierten Vorstellungen und Repräsentationen auf dem Kunstmarkt und im Museum brechen. Feministisch heißt nicht Nischenkunst, sondern ist mit dem politischen Anspruch und der Praxis verbunden, diese übergeordnete Kategorie aufzulösen. Nicht durch einzelne Positionen, die eine Ausnahme im Mainstream darstellen, sondern durch das Sichtbarmachen der vielen künstlerischen Stimmen, die da sind und waren. Jedoch bislang nicht gesehen und verdrängt wurden. Dafür ist es notwendig, den Blick für künstlerische Arbeiten offen zu halten, die nicht bereits kanonisiert, kommerzialisiert und etabliert sind. Fem bedeutet nicht weiblich, es lehnt sich nur an femme [französisch für Frau] an und geht darüber hinaus. Es kann weiblich meinen, muss es aber nicht. Es bleibt ein Spiel mit der Uneindeutigkeit, mit dem Zwischenraum. Wir können unsere Identität gestalten wie unser Haar und mit unserer Stimme, unserer Kleidung, unserem Wort, unserem Protest und dem was dahinter verborgen liegt zum Ausdruck bringen. Kunst und Leben gehen ineinander über und dies gilt nicht nur an den künstlerischen Akademien. Der Alltag gehört zur intellektuellen und künstlerischen Arbeit. Den Alltag vom geistigen Prozess zu trennen, bedeutet, die patriarchalen Vorstellungen von Arbeit fortzusetzen.
(Text: Hannah Güse)